Die Shakespeare-Morde

Die Shakespeare-Morde

von Jennifer Lee Carrell

Verlag: Ullstein Tb
Veröffentlichung: 2009

Seiten: 462
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3548281223


bei 16 Stimmen

Listenpreis: EUR 9,95

 

Bewertungen

Am Anfang Hui, am Ende pfui.

18.07.2010
Mit den Worten ,,Dies führt dazu, dass der Leser aufgrund der Vielzahl der ins Feld geführten möglichen Kandidaten, Namen und Orte und Hintergründe droht, den Überblick über die Geschichte zu verlieren. Versierte Shakespeare-Kenner und Kenner der verschiedenen Theorien dürften hier weniger Probleme haben als Leser, denen die Materie völlig fremd ist.'' beschreiben sie sehr genau, was das Problem bei diesem Buch ist. Ich selbst habe eigentlich ein gesundes Wissen über Shakespeare und liebe seine Werke. Die ersten 50 bis 100 Seiten fand ich super spannend, so spannend, dass ich abends Angst hatte das Licht auszumachen. Aber dann fing der Vortrag an. Erst nach Amerika, dann wieder nach Europa, nach Spanien, in die Westminster Abbey, nach Stratford, hierhin dorthin - ein einziges Chaos und als Leser sitzt man vor dem vermeintlich superspannenden Krimi und denkt ,,Hm ... Ja ... Okay ...'' Es sind eindeutig zu viele Namen und als nicht-absoluter-Shakespeare-Experte kann man schon mal verzweifeln. Auf einmal geht es um eine Geisteskranke, dann ist man bei der griechischen Mythologie angelangt; eine neue Verschwörungstheorie. Ich habe jetzt etwas mehr als zweidrittel gelesen und ich spiele mit dem Gedanken, es wegzulegen, weil es einfach keinen Spaß mehr macht. Der Anfang hat so viel versprochen, aber dieses triviale Liebesgebändel und das Geschwafel und die langen Erklärungen haben es im Endeffekt kaputt gemacht. Schade!
2 von 2 fanden diese Bewertung hilfreich.

guter Einstieg für Shakespeare

06.06.2010
Ich hab dass Buch verschlungen ^^, es war einfach so ...alles, spannend, mit historischem Hintergrund, und zum nachdenken, naja und lachen musst ich auch dass ein oder anderemal ^^
Ich war davor wirklich nicht sehr Shakespeare begeister, aber nach dem Buch hat ich richtig Lust die ganzen Shakespeare Stücke zu lesen und mich damit näher zu befassen, ich werd dass Buch bestimmt auch noch ein 2. und drittes Mal lesen.
Spannend war es meiner Meinung nach deshalb, weil man sändig neue Vermutungen hat wer hinter allem steckt.
Außerdem verfängt man sich immer mehr in Shakespeares Leben, von dem man wirklich erstaunlich wenig weiß.
Es ist finde ich auch gut geschrieben, man springt immer her, zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Wirklcih interessant gestaltet.
Tolles Ende!!!
Schön wie sich die ganzen, wirklich passierten, historsichen Ereignisse in die Verschwörungstheorien von Carrell einfügen lassen.
Weckt geschichtliches und literarisches Interesses!!
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Verschenkte Möglichkeiten

10.03.2010
Kurz vor der Aufführung von Hamlet am Globe-Theater in London erhält die Theaterwissenschaftlerin und Regisseurin Kate Besuch von ihrer ehemaligen Mentorin Ros. Diese drückt ihr eine Schachtel in die Hand und gibt ihr die kryptische Botschaft auf den Weg: "Wenn Du die Schachtel öffnest, musst dem Weg folgen, den sie Dir weist". Um ihr das Geheimnis näher zu erläutern, verabredet sich Ros für den gleichen Abend mit Kate. Eine Verabredung, die, Ros nicht mehr einhalten kann. Kate muss sich nun entscheiden, ob sie die Schachtel öffnet und damit die Suche nach dem Geheimnis antritt, dem Ros auf die Spur gekommen ist.

Jennifer Lee Carrells Roman über die Entdeckung eines verschollenen Shakespeare-Manuskripts hätte ein richtig guter Thriller werden können, wenn sich die Autorin auf einen Themenschwerpunkt festgelegt und diesen konsequent bis zum Schluss ausgearbeitet hätte. Die Vorstellung, dass es irgendwo an einem verborgenen Ort noch ein Drama des großen Genies geben könnte, hat durchaus seinen Reiz und man begibt man sich mit der Protagonistin gerne auf die Spurensuche. Bald schon wird klar, dass es offenbar jemanden gibt, der die Entdeckung zu verhindern sucht und auch vor Morden nicht zurückschreckt.
Ab dem zweiten Akt ändert sich die Thematik, denn dann steht nicht mehr das verschollene Manuskript im Vordergrund sondern die Autorin bemüht sich, sämtliche derzeit vorhandenen Theorien um die tatsächliche Urheberschaft der Shakespearschen Werke in ihrem Roman unterzubringen. Dies führt dazu, dass der Leser aufgrund der Vielzahl der ins Feld geführten möglichen Kandidaten, Namen und Orte und Hintergründe droht, den Überblick über die Geschichte zu verlieren. Versierte Shakespeare-Kenner und Kenner der verschiedenen Theorien dürften hier weniger Probleme haben als Leser, denen die Materie völlig fremd ist. Dem Leser bleibt selbst überlassen, was er am Ende davon glauben möchte. Schön fand ich wiederum, dass viele Sätze und Zitate aus Shakespeares Werken einfließen, deren Bedeutung hier auch erläutert werden. Man merkt deutlich, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt und über fundiertes Fachwissen verfügt. Damit schafft sie es, das Interesse an diesem Dichter zu wecken, wenn auch der Rest ihrer Geschichte gelegentlich auf der Strecke bleibt.

Die Protagonisten sind wahre Wunder der Natur: Sie brauchen weder Schlaf noch Nahrung. Jedenfalls jetten sie rund um die Welt ohne dem Jet-lag zu verfallen und kommen tagelang ohne Nahrung aus. Diese kleine "Nebenbeschäftigungen" waren der Autorin offenbar nicht wichtig genug. Wichtig war aber offenbar, welche Wege und Straßen der Protagonist einschlägt, welche Straßen er kreuzt und dass er bei der Fahrt in der Wüste einen Traktor überholt. Zudem gibt es auf jede Frage sofort eine Lösung. Da wird nicht lange nachgedacht sondern wie aus dem Nichts erscheint die Antwort auf jedes noch so komplizierte Rätsel.

Eine wirkliche Überraschung ist am Ende auch nicht, wer derjenige ist, der versucht, Kate Steine in den Weg zu legen. Als Leser ahnt man dies bereits zu einem recht frühen Zeitpunkt. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch, weil man das warum wirklich erst am Ende erfährt. Trotz gelegentlicher Längen und Verzettelungen mochte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht.

Solide Unterhaltung, aus der bei Konzentration auf einen der Schwerpunkte deutlich mehr hätte gemacht werden können. Zumindest schafft es das Buch aber, Interesse zu wecken, sich näher mit dem Dichter zu beschäftigen.
4 von 4 fanden diese Bewertung hilfreich.

Man muss kein Shakespeare Fan zu sein, um dieses Buch zu Lesen!

04.03.2010
Nach längerer Zeit wieder einmal ein handfester Thriller; zumindest bin ich mit diesen Gedanken an dieses Buch rangegangen.
Es ist lange her, dass ich einiges von Shakespeare gelesen habe, aber Carrell hat es geschafft, dass ich ihn sehr bald wieder zur Hand nehmen werde.
Wer diesen Thriller liest, braucht keine Angst zu haben, wenn er von Shakespeare nichts kennt. Carrell führt mit excellenten Worte in die Geschichten ein und konstruiert rund um ihn ein herrliches Komplott. Auch die Reise ins 17. Jhdt. ist lesenswert, wenn natürlich nur interpretiert.
Carroll ist eine excellente Rechercheurin, ihre Seiten über Harvard und dessen Bibliothek ein wahrer Genuß! Es stimmen Jahreszahlen bis hin zu den Hotels ins Detail.
Ein wunderbarer Thriller, den ich jedem nur empfehlen kann!

Tipp: Wer mal in der Nähe von Boston ist oder in Boston ist, dem kann ich auch das Hotel empfehlen, in dem hier eine kleine Handlung erzählt wird. Ebenso ist Harvard sehenswert, auch wenn die Bibliothek für Besucher nicht zugänglich ist!
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Auf den Spuren Shakespeares

24.02.2010
Kate Stanley ist glücklich. Das erste Mal darf sie Regie führen, und dass mit Shakespeares Hamlet im berühmten Globe-Theatre. Doch am Abend vor der Premiere brennt das Theater ab und ihre Mentorin und Shakespeare-Kennerin Ros Howard wird ermordet in den Trümmern aufgefunden. Am selben Tag noch hatte Kate von ihr eine Schachtel erhalten und ihr gegenüber von einer bedeutenden Entdeckung gesprochen, ohne Hintergründe zu nennen. Als Kate die Schachtel öffnet, findet sie darin einen Teil eines Shakespeare-Puzzles. Als sie feststellt, dass noch andere hinter dieser Schachtel her sind, setzt sie sich mit dem Puzzle auseinander und stellt fest, dass dies sie zu einem unentdeckten Meisterwerk von Shakespeare führen könnte. Ihre Nachforschungen führen sie, zusammen mit einem Verwandten von Ros, von Europa in die Wüste der USA und letztendlich wieder zurück. Immer verfolgt von einem Unbekannten, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Kaum haben Kate und Ben einen Informanten gefunden, der ihnen mehr über das Rätsel mitteilen kann, wird dieser nach einer Shakespeare-Vorlage getötet.

J. L. Carrell lässt ihren Thriller mit dem Brand des berühmten Globe-Theatre beginnen und dies zum einen mit dem ersten Brand 1613 und dem fiktiven Brand zu unserer Zeit. Die anfänglichen Wechsel zwischen den Jahrhunderten, in denen man nach und nach auch etwas mehr über das angebliche Meisterwerk erfährt, sind geschickt gelegt und so kommt schon frühzeitig Spannung auf. Auch der weitere Teil des Thrillers mit der Suche nach dem Geheimnis um Shakespeares-Identität, dass Kate und Ben bis nach Amerika führt, ist zumeist spannend umgesetzt.

Allerdings, und deswegen auch ein Punkt Abzug, sind die Informationen, welche man während des Lesens immer wieder von William Shakespeare erhält, stellenweise doch etwas detailverliebt. Man spürt hier deutlich, dass die Feder von einer absoluten Shakespeare-Expertin geführt wurde. Dies nimmt zwischenzeitlich immer mal wieder die Spannung heraus, obwohl die Story ansonsten wirklich interessant und unterhaltsam umgesetzt ist.

Ihre Protagonisten Kate und Ben beschreibt J.L. Carrell sehr sympathisch und facettenreich, stellenweise zwar etwas klischeehaft, aber da schaut man gerne mal darüber hinweg, da es der Story an sich nicht schadet. Sie versteht es aber auch geschickt, den Charakter von Ben etwas undurchsichtig darzustellen, sodass man sich eigentlich nie so ganz sicher sein kann, auf welcher Seite er jetzt steht. In Bezug auf den Shakespeare-Mörder gibt die Autorin sehr wenige Hinweise, sodass man eigentlich (so ging es mir zumindest) erst im letzten Drittel eine Ahnung erhält, um wen es sich handelt.

Fazit: Ein gut gelungenes Erstlingswerk. Für Fans von Shakespeare mit Sicherheit ein überaus spannender, unterhaltsamer Thriller. Für diejenigen, die sich eher weniger für Shakespeare interessieren, stellenweise etwas langatmig.
1 von 1 fanden diese Bewertung hilfreich.

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